Quo vadis 40K – Die Zweite

Liebe Wulpertinger 40K Fans,

jetzt sind doch schon einige Monate seit dem Start in die neue Edition vergangen, viele Spiele wurden geschlagen und mich würde interessieren, wie euer Eindruck ist. Vor 1,5 Jahren hat unser 40K-Veteran Rotfuchs in unserem Vereinsforum die Diskussion zum Thema „Quo Vadis 40K“ (Klick mich) gestartet. Das ist nun mein Versuch einer Fortsetzung:


Spielt es sich schneller?

Am Anfang dachte ich mir, dass durch die neuen (alten) Rüstungswurfmodifikatoren der Spielablauf schneller geworden ist. Das mag für viele Armeen stimmen (z.B.: Orks, die fallen um wie die Fliegen), doch es scheint mir, dass es wieder in Richtung Wiederholungs- und Rettungswürfe geht. Gerade bei Armeen wie den Nurgle Marines, wo die Armee durch die Rettungswürfe unglaublich standhaft ist oder die Mechanicus-Roboter, welche einen absurden Beschuss aushalten, scheint es mir so, dass die durchgehenden Rettungswürfe den Spielfluss wieder verlangsamen.

Auf der anderen Seite wirkt es so, dass im Vergleich zur alten Edition einfach wesentlich mehr Beschuss aufgebracht werden muss, um sein Ziel zu erreichen. 36 Schuss der Stärke 5 mit 1er-Wiederholung sind für einen Tau-Spieler kein Problem. Wie sieht das aber bei anderen Armeelisten aus? Es wirkt auf mich, dass ein einzelner Laserkanonenschuss durch die vielen Rettungs- und Wiederholungswürfe es einfach nicht mehr bringt. Wenn, dann gleich einen Panzer mit 3 Laserkanonen und dann am besten synchronisiert.

Ist das Spiel dynamischer geworden?

Vor dem FAQ, welches das Schocken in der ersten Runde verbot hat, hätte ich diese Frage auf jeden Fall mit einem Ja beantwortet. Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass das Stellungsspiel wesentlich wichtiger geworden ist, als in vorangegangenen Regeleditionen. Gerade Beschussarmeen zeichnet sich dadurch aus, dass Schockzonen in der eigenen Aufstellungszone gezielt zugestellt und abgeschirmt werden. Ein Schutzschirm aus Scouts ist selbst bei Space Marine-Spielern keine Seltenheit mehr.

Wenn man sich ein paar Spielberichte im Internet ansieht, erscheint mir, dass Beschussburgen wieder vermehrt auftreten. Die Gefahr von Schablonen, welche immer große Löcher in eng zusammengestellte Armeen gerissen haben, ist vorbei. Gerade durch die Radiuseffekte, welche von verschiedenen HQ-Einheiten vergeben werden (1er bei Treffer- oder Verwundungswürfen wiederholen), zahlt sich eine kompakte Aufstellung aus.

Das beste der neuen Edition sind aus meiner Sicht die Missionskarten. Ein Spielbericht Blood Angels vs. Mechanicus zeigt es eindeutig, wie wichtig das für den Spielablauf ist. Schaut auch den Bericht an und werft einen Blick auf das Endergebnis.

Wie spielen sich Panzer?

Endlich sind die Zeiten vorbei, dass Panzer nach einem glücklichen Laserschuss platzen, der Tyranidenkäfer diesen aber mit Leichtigkeit abschüttelt.  Die vereinfachten Transport- und Bewegungsregeln für Fahrzeuge machen Fahrzeuge auch spielfreundlicher.  Hier hat GW aus meiner Sicht den richtigen Weg gewählt. Man sieht wieder mehr Panzer auf dem Spielfeld und die Lösung, wie man im Nahkampf einen Panzer binden kann, finde ich auch sehr gelungen.  Davor hat es sehr schnell dazu kommen können, dass ein Gretchintrupp einen Leman Russ-Panzertrupp erfolgreich bindet.

Ist das Spiel ausgeglichener?

GW verfolgt nicht das Ziel ein ausgeglichenes Spiel zu erreichen. Das muss uns nach vielen Editionen klar sein. Ein Schere – Stein – Papiersystem wie bei Kings of War wird nicht verfolgt und die Energie, welche Corvus Belli in die Regeln für Infinity reinsteckt wird auch nicht erreicht.

Unsere Spieleschmiede aus Nottingham stampft weiterhin in einem unglaublich rasanten Tempo Codex um Codex raus und seit der Veröffentlichung des einen oder anderen Primachen wirkt es wieder so, dass man sich im Vorfeld ausmachen muss, mit was für Auswahlen man spielt. Unabgesprochen mit einem „Lord of War“ zu einem Spiel zu kommen, sorgt sicher für ein „einseitiges“ Spiel. Und das führt mich zu meinem letzten Punkt:

Ist Warhammer 40K turniertauglich für unseren Verein:

Eine sehr schwierige Frage für mich.  40K hat weiterhin das Problem, dass wenn man 3 Spiele an einem Tag reinquetschen will, die eigentliche Spieldauer keine 140 Minuten überschreiten sollte. Mit der Aufstellungsphase, die bei Massenarmeen wirklich viel Zeit benötigt, besteht die Gefahr, dass viele Spiele nicht abgeschlossen werden können.  Einschränkungen in die Armeeaufstellung sind aus meiner Sicht unausweichlich und eine Spielart, welche Missionspunkte belohnt, ist absolut notwendig. Vielleicht sollte man auch gleich die Rundenanzahl beschränken. Abwechslungsreiche Missionen erfordern auch ausgewogene Armeelisten, das muss das Ziel sein! Reine Killlisten sollten nicht ein Turnier gewinnen, sondern eine taktische Spielweise.

Dies bedeutet unweigerlich, dass man viel Zeit in die Vorbereitung stecken muss, um ein Gefühl zu bekommen, wie man ein offenes Turnier am besten veranstalten kann. Ich bin dafür, dass wir vereinsintern ein kleines Tagesturnier veranstalten, maximal 3 bis 4 Tische, um ein Gefühl zu bekommen ob wir uns ein größeres Turnier antun wollen.

Ich bin schon auf eure Meinung gespannt.

Euer Snotl

 

 

 

 

 

 

 

Comments: 1

  1. Martin Regner says:

    Ein interessanter Beitrag und man erkennt, dass 40k nicht umsonst der Gigant unter den Tabletopsystemen ist. Wenn ich alleine daran denke, wie viel alleine schon im Umfeld unseres Vereins darüber geschrieben worden ist, wird erkennbar, wie viel Zeit diesem Bereich des Tabletophobbies gewidmet wird. Das Spektrum an Spielern reicht oft von himmelhoch jauchzender Begeisterung für das 40k-Spielsystem, bis hin zu abgrundtiefer Ablehnung. Beide Extreme sind nicht berechtigt. Ich halte zwar die 8. Edition in der Tat für das bisher beste 40k-Regelwerk, denke aber, dass man noch weitere Verbesserungen machen muss. Mal sehen, was die 9. Edition in der Zukunft bringen wird.

    Spielt es sich schneller?
    Ja; ein wenig schneller als die letzten beiden Editionen, eine Partie dauert aber noch immer durchschnittlich drei Stunden. Kurze und knackige Spiele gehen nicht, ein Halbtag ist schon notwenidig, wenn man gemütlich spielen will.

    Ist es ein dynamischeres Spiel?
    Ja! Es gibt nun mehr Bewegung auf dem Spielfeld. Fahrzeuge sind nicht mehr dazu verdammt, unbewegliche Bunker zu sein, die man nicht bewegen will. Die Möglichkeit, dass Schocktruppen nach dem Eintreffen angreifen dürfen, hat zur Dynamik am Spieltisch auch viel beigetragen. Die Missionsziele erfordern außerdem bewegliche Armeen. Wer sich nur einigelt, gewinnt kein Spiel. Ich habe schon ein paar Spielberichte gesehen, in denen sogar die klassische Ballerburg (Imperiale Armee), erfolgreich vorrückt und flankiert. Da ich statische Beschussarmeen ohnehin für leangweilig halte, denke ich, dass solche Armeen dadurch auch viel Interessanter für die Spieler werden.

    Panzer?
    Da muss ich nicht viel sagen: Diese Fahrzteugregeln halte ich für eine gelungene Verbesserung, an der ich nicht rumraunzen kann.

    Wie ausgeglichen ist die 8. Edition?
    Ich gebe dazu ein Beispiel aus dem letzten Turnier in Wiener Neustadt: Ich spielte mit meiner 0815-Blood Angels-Liste sowohl gegen die Deathguard, als auch gegen eine reine Primaris-Liste.
    Bei der Seuchenlegion war Mortarion mit von der Partie und ich dachte mir am Anfang, dass das eine ziemlich aussichtslose Partie werden wüde. Da lag ich aber falsch: Es wurde ein sehr spannendes, lustiges und für mich am Ende sogar knapp siegreiches Spiel. Ich ignorierte den Dämonenpatriarchen fast vollständig und hielt von ihm so gut ich konnte Abstand. Gleichzeitig bemühte ich mich, die verwundbarere Masse der Armee (Chaoskultisten) zu massakrieren und es der Chaosarmee schwierig zu machen, Punkte zu halten. Ich selber war mobiler und konnte mehr Missionsziele erreichen. Ein richtig spannendes 40k-Spiel, in dem Mortarion nie wirklich fehl am Platze wirkte. Er dominierte zwar immer sein direktes Umfeld, war aber kein Spielbrecher.
    Danach spielte ich gegen die allseits bekannte Primariskombination aus zwei Repulsorpanzern, mehreren Trupps mit Hellblaster-Plasmawerfern und der Rundumwiederholblase aus Charakteren (Captain-Trefferwürfe, Leutnant-Verwundungswürfe, Standartenträger-Todesattacken). Ich wurde ausradiert, ohne dass ich etwas dagegen hätte unternehmen können. Das Ernüchternde dabei war allerdings, dass dieser Ausgang schon vor Beginn des Spiels sowohl meinem Mitspieler als auch mehreren anderen Turnierteilnehmern klar war. Diese Primarisliste wurde richtigerweise von anderen Anwesenden schon vor der Aufstellung als „logische Siegerliste“ bezeichnet.

    Meine Conclusio: Auch in dieser Edition ist es möglich, Killerlisten zu basteln. Die Primarchen müssen dabei aber nicht unbedingt der aussschlaggebende Faktor sein. Ein wirklich ausgeglichenes Spiel ermöglicht die 8. Edition auch noch nicht, das Regelwerk hat sich in diese Richtung aber schon deutlich verbessert.

    Ist das moderne 40k für die Wulpertinger turniertauglich?
    Ich bin mir da nicht ganz sicher. Dein Vorschlag mit einem kleinen „Testturnier“ mit niedriger Punktezahl, Einschränkungen beim Listenaufbau und einem Missionszielfokus könnte uns aber zumindest einmal zu einem Feldtest führen =)

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