Warhammer 40k Orks vs. Blood Angels

Es war einfach wieder einmal Zeit für eine Partie Warhammer 40k.  Steve 71 brachte seine Orkarmee, die gegen meine Blood Angels antreten sollte. Da die aktuelle Edition der Regeln meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist, die ausufernden Armeeorganistionspläne, die Spielbalance allerdings fast vollständig durcheinandergebracht haben, einigten wir uns auf folgende Einschränkungen:

  • Jeder stellt seine Armee nur nach dem allgemeinen Armeeorganisationsplan aus dem Regelbuch auf.
  • Es werden keine weiteren Kontingente verwendet.
  • 1500 Punkte aus den Grundcodices (d.h. kein Red Waagh od. Shield of Baal)
  • Niemand verwendet Flugzeuge
  • Wir verzichten auf Besondere Charaktermodelle
  • Lords of War und T-Waffen sind auch nicht dabei

Wir hatten es vorab nicht ausgemacht, aber trotzdem hatte keiner von uns einen Psioniker in der Liste eingepackt, weshalb die Psiphase entfiel. Nach diesen (wohl teilweise leider notwendigen) Einschränkungen machten wir uns an die Aufstellung der Armeen. Vorab standen schon folgende Fragen im Raum:

  • Wird ein flüssiges Spiel, möglich sein, bei dem möglichst nicht im Regelbuch nachgesehen werden muss?
  • Ist das Kräfteverhältnis ausgeglichen?
  • „Fühlt“ sich das Spiel, mit all den Einschränkungen, trotzdem wie eine ordentliche Partie 40k an?

Mit der Neugier dies herauszufinden und jeweils einer handvoll Würfel begann das Spiel:

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Da sowohl die Orks, als auch die Blood Angels dafür bekannt sind, dass sie ihre Kämpfe gerne „nahe und persönlich“ austragen, stellten beide Seiten eher aggressiv auf:

Bei den Orks bildete ein Kampfpanza (übrigens ein großartiges Klassikmodell Steve!) beladen mit Gargbossen und dem Waaghboss den zentralen Angriffskeil. Auf der linken und rechten Flanke bildete jeweils ein Buggy mit Panzaboyz und einer mit Brennaz die Umfassungszange, ein weiterer Trupp Panzaboys hielt sich im Hintergrund des Orkzentrums. Dort bildeten zwei Trupps Dakkaboyz und eine Batterie Kanonänz die Unterstützungsabteilung. Das mobile Ass im Ärmel des Waaghbosses stellte eine Squadron Killakoptaz mit Raketenz dar, das sich im rechten Eck hinter einem Wald bereithielt, um überraschend zuzuschlagen.

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Bei den Blood Angels sollten ein Whirlwind-Artilleriegeschütz und ein Devastortrupp das Deckungsfeuer übernehmen, während ein Taktischer Trupp, aufgeteilt in zwei Kampftrupps, mit Hilfe des Rhinos flexibel vorrücken bzw. bei Bedarf mit der Plasmakanone auf lohnende Ziele feuern sollte. Da der Kampfpanza eine hart zu knackende Nuss darstellte wurde er im Zentrum von einem großen Sturmtrupp mit zwei Meltern und E-Faust gekontert. Der Captain befand sich auch in der Nähe und hatte sich dem rhinolosen Kampftrupp angeschlossen, um sich bei Bedarf dem Waaghboss zu stellen, der mit Sicherheit einen Durchbruch unternehmen würde (eben Orks). Ein Cybot mit Sturmkanone komplettierte das Zentrum der Space Marines. Den Allrounder stellte ein zentral aufgestellter Baal-Predator dar, der mit Sturmkanone und schweren Flammenwerfen zumindest die leichte und mittlere Infanterie der Orks kontern, oder bei Gelegenheit ihre Dakkanester ausbrennen sollte. Eine Landungskapsel mit einem weiteren Taktischen Trupp war unterwegs aufs Schlachtfeld und die Sanguinische Garde unter dem Kommando eines Sanginiuspriesters wartete auf den rechten Moment für eine Luftlandung ins Herzen der Grünen Flut.

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Da es zu Beginn noch Nacht war rückten beide Seiten vorsichtig vor und achteten darauf, nicht in die Angriffsreichweite des Gegners zu gelangen. Die Unterstützungseinheiten teilten aus was sie nur konnten, wodurch die Nacht erhellt wurde. Kastellan-Brandraketen hielten einen Dakkaboyztrupp nieder. Auf der rechten Flanke grub sich die Landungskapsel mit ohrenbetäubendem Donnern neben der Hausruine in den Erdboden und spie zwei Kampftrupps der Space Marines aus, die versuchten die Killakoptaz aus der Luft zu holen, was aber nicht wirklich gelang. Zumindest wurde ein Buggy der Orks durch Sprenggranaten betäubt, wodurch die Brennaz ihre Schablonenwaffen nicht zum Einsatz bringen konnten. Auf der linken Flanke startete das Rhino aus der Bereitschaftsstellung, nur um sogleich unter heftigen Beschuss zu geraten, der das Fahrzeug auch prompt ausschaltete. Der erste Abschuss ging damit an die Orks. Die Besatzung ging hinter dem Wrack in Deckung, während über ihnen die Sanguinische Garde ihre Schocklandung durchführte und damit den Fokus der Blood Angels auf die linke Flanke legte, wo sie schon ein Moschaboyztrupp heulend erwartete.

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Als der Tag dämmerte brachte der Kampfpanza mit Vollgas die Schwere Infanterie der Orks ins Zentrum des Schlachtfeldes. Die Space Marines feuerten aus allen Rohren auf diese Bedrohung und konnten die massive Panzerung auch durchdringen, aber das krude Orkgefährt nicht zerstören. Den Kampftrupps auf der rechten Flanke gelang es den Buggy der Brennaboyz auszuschalten und die Besatzung zum Aussteigen zu zwingen. Durch den Einsatz von Granaten und Flammenwerfern konnten diese auch anschließend mit schweren Verlusten aus dem Gebäude vertrieben werden. Die Killakoptaz zogen hinter der Ruine hoch und feuerten Raketen auf den Cybot ab, der auch einen schweren Treffer erlitt. Die Sanguinische Garde eröffnete zusammen mit dem Kampftrupp das Feuer auf die Moschaboyz, die zu wagemutig ihr Gefährt verlassen hatten und löschten den Trupp beinahe aus, worauf die Orks zurückfielen. Der Beschuss auf die Artillerie der Orks war allerdings nahezu wirkungslos, es gelang nur wieder die Dakkaboyz niederzuhalten, was zumindest deren Feuerkraft ein wenig einschränkte.

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In der Spielfeldmitte krachten Strumtrupp und Meganobz ineinander. Der wütende Angriff des Sturmtrupps brachte einen Nob zu Fall, als die Kettenschwerter Schwachstellen in dessen Panzerung fanden. Das beeindruckte die Elite der Orks aber kaum und langsam aber sicher nahmen sie die Space Marines auseinander, was zu einem wahren Blutbad führte. Der Sergant forderte den Waaghboss lautstark heraus, es reagierte aber der vernarbteste der Meganobz, der sich dem Menschen mit einem bösartigen Grinsen stellte. Wenige Augenblicke später hatte der Ork allerdings ein klaffendes Loch in der Brust und kippte krachend vorneüber, nachdem er den Serganten mit vier wuchtigen Hieben verfehlt hatte. Bevor die anderen Orks reagieren konnten, zündete der letzte Überlebende seine Sprungdüsen und brachte etwas Abstand zwischen sich und die stählernen Ungetüme.

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Unterdessen tobte runderhum die Schlacht weiter, als wegen dem konzentrierten Beschuss durch Cybot und Taktischem Trupp die Killakoptaz Verluste erlitten und sich aus der Schlacht zurückzogen. Den Unterstützungseinheiten der Space Marines gelang es den Dakkaboyztrupp auf der rechten Flanke aufzureiben und dadurch diese Gefahr zu bannen. Der konzentrierte Beschuss der Orks forderte aber auch Verluste bei der Sanguinischen Garde, die sich in einem Krater für den Angriff auf die Feuerstellung der Orks sammelte.

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Die Dakkaboyz der Orks feuerten trotz des schweren Beschusses durch die Raketen der Space Marines weiter aus allen Rohren und löschten nach dem Rhino beinahe den gesamten Taktischen Trupp, der über das offene Feld in Richtung eines wichtigen Missionsziels vorgerückt war, aus. Nur der Korporal überlebte und versuchte, nachdem er einem heranrasenden Buggy der Orks knapp ausgewichen war, den Krater mit dem Missionsziel zu erreichen. In der Nähe sammelte sich der angeschlagene Moschaboytrupp der Orks wieder und machte sich zusammen mit der Reserve der Orks dazu auf, das Missionsziel in der Mitte zu erstürmen.

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Ein erneuter Schusswechsel zwischen der Sanguinischen Garde, dem Baal Predator und den eben erst neu formierten Orkreserven forderte bei den Orks wieder hohe Verluste und diesmal hatten sie keine Lust mehr auf eine Wiederholung und der Rest des Mobs floh vom Spielfeld. Aber halt! Ein einsamer Boss hatte irgendwie vergessen, dass es an der Zeit wäre den Rückzug anzutreten. Stattdessen dachte er nur daran, dass „so’n Brennadingenz von da rotem Panza“ sich doch gut in seiner Sammlung machen würde „muss ma‘ nu holen“. Die Meganobz lieferten sich untermalt von dem lauten Gebrüll des Waaghbosses ein Feuergefecht mit dem Cybot, dem Captain der Space Marines, dem Devastortrupp, dem Überlebenden des Sturmtrupps und zwei taktischen Kampftrupps. Der Cybot erlitt dabei einen weiteren schweren Treffer von einer Bazooka und war nun schon ganz schön ramponiert und der Sergant des Sturmtrupps ging in einem Hagel großkalibriger Geschosse zu grunde. Aber auch die Meganobz steckten ganz schön ein: Gekocht von Plasmawaffentreffern, zerfetzt von einem Melterschuss des Captains und durchlöchert von unerwartet durchschlagskräftigen Bolterprojektilen, wurden drei der Orkveteranen ausgeschaltet. Der Waaghboss war beinahe seiner gesamtem Leibwache beraubt und der Captain der Blood Angels befahl dem nahen Taktischen Trupp gegen diesen vorzurücken und als Primärziel zu betrachten.

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Auf der linken Flanke schnappte sich der Orkboss „da Brennading von da Panza“ und hinterließ ein unschönes Loch im Rumpf des Fahrzeugs, welches aber zur allgemeinen Verwunderung noch immer einsatzbereit blieb, nur eben ohne Flammenwerfer. Während die Besatzung sich darauf vorbereitete die Artillerie der Orks auszuschalten, welche nur Auenblicke zuvor den uralten Cybot mit Unmengen von panzerbrechenden Geschossen in Stücke gesprengt hatte, traf eine weitere Erschütterung den Panzer. Der beschädigte Buggy hatte Vollgas gegeben und erfolgreich den Panzer gerammt. Das war einfach zuviel und das Promethium der beschädigten Flammenwerfertanks 20160617_204741explodierte in einer kerzengeraden Stichflamme hoch in den Himmel, sodass das Schlachtfeld für einen kurzen Augenblick in grelles Licht getaucht war. Irre grinsend knallte der Buggyfahrer den Rückwärtsgang ein, um sein Fahrzeug aus dem Wrack zu lösen. Er bemerkte dabei gar nicht die Sprenggranate, die in hohem Bogen ins Fahrerabteil flog. Augenblicke später war auch der Buggy Geschichte. Mit allen Reserven mitten im Geschehen, brennenden Wracks überall auf dem Schlachtfeld und den beiden Kommandanten in Nahkampfreichweite näherte sich die Schlacht nun ihrem unausweichlichen Höhepunkt.

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Auf der linken Flanke löschte die Sanguinische Garde die verbliebenen Dakkaboyz aus, während es dem Whirlwind und dem Devastortrupp gelang die Artillerie der Orks so unter Beschuss zu nehmen, dass einige Grotz fielen und die Überlebenden sich mit ihren Kanonen etwas zurückzogen. Ein Taktischer Trupp erreichte die feindlichen Linien und erzielte damit für die Blood Angels den Durchbruch. Im Zentrum feuerte jeder Bolter auf den Waaghboss, in der Hoffnung diese riesige Nahkampfbestie etwas zu schwächen und er verlor sogar ein Leben. Als sich gleich darauf der Captain der Blood Angels auf den Waaghboss stürzte und diesem nur zwei normale Verwundungen zufügte, entschieden die Rüstungswürfe darüber, ob der Captain wohl gleich in einen handlichen Klumpen Servorüstungsaltmetall zerquetscht werden würde.

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UNGLAUBLICH! Schlangenaugen – der Waaghboss war tot

Das Licht des Imperators hatte auf den tapferen Captain geschienen!

Nach dem Tod ihres Anführers brach der Angriffswille der Evil Sunz Orks zusammen und die Reste ihrer Armee zogen sich ins Hinterland zurück und überließen den Space Marines vom Orden der Blood Angels das hart umkämpfte Schlachtfeld. Ein Sieg für das Imperium.

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Was ist nun das Fazit aus diesem Spiel?

Vorab einmal ein herzliches Dankeschön an Steve für ein sehr angenehmes und unglaublich unterhaltsames Spiel. Wenn man sehr viel lacht, die Armeen fluffig und doch taktisch spielt und es auch zu dem epischen Duell der Kommandanten kommt, dann kann ein Spiel einfach nur gut gelaufen sein. Das ist es, was das Hobby ausmacht. Ein Rückspiel steht sicher bald an. Vielleicht meine Goff Orks gegen seine Evil Sunz – also Gemosche in Reinkultur? Wir werden sehen. =)

Wir hatten ein flüssiges Spiel und mussten nur zwei Mal  wegen Kleinigkeiten im Regelbuch nachsehen, weil wir uns bei Sonderregeln nicht ganz sicher waren. Auch die Punktegröße von „nur“ 1500 Punkten machte ein flottes Spiel möglich, wobei unsere Armeen durchaus verschiedene Truppentypen enthielten und auch zwei unterschiedliche Spielstile ermöglichten.

Ich glaube, dass das Kräfteverhältnis durchaus balanciert war, das Würfelglück und die Datakarten waren aber eindeutig nicht auf der Seite der Orks . Wir hatten beide die Absicht gehabt eine ausgewogene Armeeliste zu basteln, die durchaus auch harte Einheiten enthielt (Meganobz, Sanguinische Garde) hatten aber auf hirnlose Brechereinheiten und Ausrüstungskombinationen verzichtet. Das hat dem Spiel unglaublich gut getan!

Das Spiel fühlte sich wie das gute alte 40k an, das einmal mein Hauptsystem war. Meiner Meinung nach ergeben die aktuellen Spielregeln durchaus ein solides Spiel. Man muss nur darauf achten, dass man dem allzu durchschaubaren „Buy to Win – Wahnsinn“, den GW in den letzten zwei Jahren so hemmungslos entfesselt hat, nicht verfällt und sich auf die Grundlagen konzentriert. Dann hat man auch ein für beide Spieler spaßiges und relativ ausbalanciertes Spiel.

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Comments: 1

  1. Fila Stefan says:

    War ein sehr schönes Spiel, sehr gut Kommentiert. Meine Orks freuen sich auf einen Kampf mit deinen Orks, sie werden sich neu Formieren und bereit machen für eine neue Herausforderung.